Der Wert einer guten Trinkwasserqualität für gesunde Schweine

Wasser ist die wichtigste Nährstoffquelle für Schweine. Tatsächlich trinken Schweine doppelt so viel wie sie fressen. Eine säugende Sau kann an einem Tag bis zu 30 Liter trinken. Daher ist es für Schweinehalter entscheidend, genau auf ihr Wasser zu achten. Schließlich hat eine gute Trinkwasserqualität einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Schweine. Achten Sie auf Zusammensetzung, Hygiene und Verfügbarkeit. Eine schlechte Trinkwasserqualität oder ein Mangel an verfügbarer Wassermenge kann zu Gesundheitsproblemen bei Schweinen führen und die Leistung auf dem Betrieb beeinträchtigen.

Wasserqualität

Chemische Wasserqualität

Bei der Beurteilung der Trinkwasserqualität steht zunächst die chemische Beschaffenheit des Wassers im Vordergrund. Diese Eigenschaften beeinflussen die Akzeptanz und die Verfügbarkeit. Faktoren, die dies beeinflussen, sind unter anderem Härte, pH-Wert, Eisen- und Mangananteil. Insbesondere Wasser aus der eigenen Quelle kann Abweichungen in der chemischen Zusammensetzung enthalten. Zu hohe Eisen- und Mangangehalte können im System Ausfällungen verursachen, was zu Verstopfungen und tropfenden bzw. undichten Tränkenippeln führt.

Eine übermäßige Härte hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Gesundheit, sie kann jedoch Kalkablagerungen verursachen, die die Verfügbarkeit von Wasser beeinträchtigen. Darüber hinaus wirkt sich eine hohe Wasserhärte auch auf die Menge der benötigten Säure aus, die dosiert werden muss, um den pH-Wert zu senken.

chemical drinking water quality affects pipes
Inorganic precipitation reduces water availability

Mikrobiologische Wasserqualität

Neben den chemischen Bestandteilen können auch Mikroorganismen die Trinkwasserqualität beeinflussen. Bakterien, Pilze und Hefen, die im Trinkwasser vorhanden sind, können auf eine schlechte Wasserhygiene und eine mögliche Biofilmbildung in den Trinkwasserleitungen hinweisen. Krankheitserreger wie E. coli können ebenfalls über das Trinkwasser übertragen werden und wirken sich direkt auf die Gesundheit der Schweine aus.

Biofilm ist eine Schleimschicht auf der Innenseite von Wasserleitungen, in der durch Mikroorganismen ein Mikro-Lebensraum entstanden ist, oft in Kombination mit chemischer Ausfällung. Diese Schicht liefert Nährstoffe und Schutz für die Bakterien und sorgt für eine konstante Keimbelastung im Trinkwasser. Die Wahrscheinlichkeit der Biofilmentwicklung steigt durch hohe Temperaturen, geringe Durchflussraten, tote Stellen oder Rückstände von Arzneimitteln und Zusätzen.

microbiological water quality affects animal health
Entstehung von Biofilm

Mikroorganismen im Trinkwasser können Toxine bilden, die die Gesundheit der Schweine nachteilig beeinflussen. Darüber hinaus hat Biofilm in den Leitungen auch einen negativen Einfluss auf Medikamente oder Zusätze, die dem Trinkwasser beigemischt werden. So können beispielsweise Antibiotika weniger wirksam werden.

Um die mikrobiologische Wasserqualität zu erhalten, ist es wichtig, das Wasser regelmäßig untersuchen zu lassen und außerdem in regelmäßigen Abständen Reinigungsprotokolle durchzuführen, zum Beispiel mit stabilisiertem Wasserstoffperoxid. Um saubere Leitungen sicherzustellen, empfiehlt es sich, mindestens zweimal pro Jahr eine Wasserprobe zur mikrobiologischen und chemischen Qualität des Trinkwassers zu überprüfen, um unsichtbare Probleme zu erkennen.

Wasserverfügbarkeit

Neben der Qualität ist auch die Verfügbarkeit von Wasser grundlegend für die Gesundheit und Leistung der Schweine. Es müssen ausreichend Tränkeplätze vorhanden sein und in den Leitungen ein optimaler Durchfluss gewährleistet sein. Je nach Produktionsstufe gelten unterschiedliche Werte.

Schweine trinken fast immer über Nippeltränken. Die Durchflussrate sollte so hoch sein, dass die Schweine auf einmal genug Wasser aufnehmen können. Verstopfte Nippel können die Wasseraufnahme drastisch reduzieren. Nicht nur chemische Ablagerungen können die Nippel blockieren, auch Biofilm-Partikel in den Nippeln können einen ausreichenden Durchfluss behindern. Daher ist es wichtig, die Durchflussrate am Nippel regelmäßig zu messen. Das können Sie ganz einfach selbst tun, indem Sie am Nippel einen Messbecher füllen und den Durchfluss pro Minute im Blick behalten.

ParameterTrockenstehende und tragende SauenLaktierende SauenAbgesetzte Ferkel Mastschweine
Durchflussmenge des Nippels (pro Minute)1 Liter2,5 Liter500 ml1 Liter
Durchschnittliche Wasseraufnahme (pro Tag)10–12 Liter25 Liter1,5 Liter5 Liter
Tränkeplätze1 pro 8–10 Sauen1 pro Sau1 pro 10 Ferkel1 pro 8 Schweine

Abgesetzte Ferkel benötigen mindestens einen Tränkeplatz pro 10 Ferkel. In den ersten Tagen nach dem Absetzen empfiehlt es sich, zusätzliche Tränkeplätze über Ferkelnäpfe bereitzustellen, um die Wasseraufnahme so weit wie möglich zu fördern. Mastschweine trinken grundsätzlich große Mengen. Für jedes 8 Mastschweine ist mindestens ein Tränkeplatz erforderlich, mit einer Durchflussrate von mindestens 1 Liter pro Minute. Bei tragenden Sauen in Gruppenhaltung sollten ausreichend Tränkeplätze vorhanden sein, mindestens zwei pro Gruppe, damit auch Tiere mit niedrigerer Rangstellung ausreichend Zugang zu Trinkwasser haben. Bei laktierenden Sauen ist die Verfügbarkeit am wichtigsten, da diese Gruppe den höchsten Wasserbedarf hat. Eine Sau in hoher Laktation kann bis zu 30 Liter oder mehr pro Tag trinken. Diese Aufnahme erfolgt in kurzen Trinkphasen, in denen die Durchflussrate mindestens 2,5 Liter pro Minute betragen sollte.

Auswirkungen auf die Leistung der Schweine

Qualität und Verfügbarkeit von Wasser wirken sich direkt auf die Produktionsergebnisse der Schweine aus. Eine schlechte Trinkwasserqualität beeinträchtigt die Gesundheit der Schweine und damit die Fähigkeit von Ferkeln und Masttieren, effizient zu wachsen. Bei Ferkeln führt eine zu geringe Wasseraufnahme vor und nach dem Absetzen zu einem Einbruch der Futteraufnahme. Dadurch steigt das Risiko eines Absetzeinbruchs. Wenn Sie Ferkel dazu anregen, bereits vor dem Absetzen Wasser zu trinken, und nach dem Absetzen zusätzliche Tränkmöglichkeiten bereitstellen, können Sie die Wasseraufnahme aufrechterhalten.

Bei laktierenden Sauen wirken sich eine schlechte Trinkwasserqualität und -verfügbarkeit auf die Milchleistung aus und damit auf das Wachstum der Ferkel. Auch in der Trächtigkeit ist Wasser sehr wichtig. Ausreichendes und gutem Trinkwasser in der Trächtigkeit senkt das Risiko von Harnwegsinfektionen nach dem Abferkeln und damit auch die verminderte Fruchtbarkeit.

Ausreichendes Trinkwasser von guter Qualität ist daher entscheidend für die Gesundheit und Leistung von Sauen, Ferkeln und Mastschweinen. Es ist unerlässlich, sowohl die chemische als auch die mikrobiologische Qualität des Trinkwassers zu beachten und regelmäßig zu prüfen. Alle Tiere sollten nach Bedarf trinken können. Sorgen Sie daher für genügend Tränkeplätze mit geeigneten Durchflussraten, passend zum Alter bzw. zur Produktionsphase des Tieres. Schließlich ist Wasser der wichtigste Nährstoff für gesunde Schweine, und es lohnt sich, auf einer Schweinefarm aktiv über Wasserqualität und -versorgung nachzudenken.

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